Expertise eines Branchenkenners
Michael Borchardt ist seit 1986 Berater im Bereich Kommunikation, Verkauf und Betriebsführung und hat sich mit seinem Buch "Moderne Betriebsführung - der Schlüssel zum Erfolg" auf das Schreinerhandwerk spezialisiert.
Sehr geehrter Herr Danzer,
wie versprochen erstellte ich aufgrund des gemeinsamen Workshops, der Betriebsbesichtigung und der Gespräche mit Ihnen und Ihren Mitarbeitern eine Kurzexpertise, um Ihnen den Vergleich mit Schreinerkollegen in den "weichen Faktoren" zu erleichtern. Aus meiner Erfahrung unterscheiden sich die Möbelmacher von anderen Betrieben in folgenden Merkmalen:
a) aus Sicht des Kunden
Im Laufe der letzten 10 Jahre habe ich über 350 Schreinerbetriebe betreut, aber noch keinen gefunden, dessen ganzheitliche Philosophie dem Kunden so glaubhaft "vorgelebt" wurde. Nicht nur das Werkstattgebäude mit Ausstellung, sondern auch das eigene Wohnhaus zur Besichtigung zur Verfügung zu stellen, ist außergewöhnlicher Service für den Kunden, aber vor allem auch Verkaufstechnik par excellence. Der Kunde spürt, oder - bildlich gesprochen - er begreift die Fachkompetenz , die nicht nur im Kernsegment Holz, sondern auch in allen anderen Einrichtungsbereichen deutlich wird. Die teamgebundene Auftragsorganisation, bei der neben den Geschäftsführern, eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter für die komplette Abwicklung verantwortlich ist, hebt sich von den gängigen Organisationsformen in Schreinereien deutlich ab. Auch die Werkstatt selbst, durch die jeder Kunde geführt wird, hat nicht nur eine angenehme Arbeitsatmosphäre, sondern ist ebenso ein Verkaufsargument. Durch die sorgfältige und konsequente Produktauswahl entsteht ein Vertrauen, welches der Grund für den überproportional hohen Anteil an Mehrfachkäufen ist. Durch die konstante und extrem erfolgreiche Pressearbeit und das Jahrbuch "Infokalender", wird jeder Kunde regelmäßig "gepflegt". Und wer eine Komplettführung durch Werkstatt, Ausstellung und Musterhaus miterlebt hat, wird zumindest den Wunsch nach einer Einrichtung "made by Möbelmacher" in sich tragen.
b) aus Sicht der Mitarbeiter
Aus den Gesprächen konnte ich eine überdurchschnittliche Loyalität zum Betrieb und eine hohe Zufriedenheit erkennen. Die Stärkenliste aus der Nachhaltigkeits-EFQM-Bewertung und die Tatsache, dass fast alle Mitarbeiter bei den Möbelmachern ausgebildet wurden, bringt mich zu der Vermutung, dass nicht alle Leistungen, die der Betrieb bringt, von den Mitarbeitern reflektiert werden, oder zu einer Selbstverständlichkeit abflachten. Grund könnte der fehlende Vergleich zu anderen Betrieben sein. Sicher lässt sich diese Diskrepanz im Rahmen von EFQM verbessern. Alleine die Statistik der Lehrlinge ist in den Kriterien "Anzahl", "Frauenanteil" und "gewonnen Preise und Anerkennungen" sicher einmalig. Die Arbeitszeitregelung, die Teamarbeit und nicht zuletzt das gesamte Gebäude mit seiner Einbindung in die Landschaft schaffen Arbeitsbedingungen, die ich bereits bei der letzten Vollversammlung des TopAteams Ihren Schreinerkollegen als vorbildlich schilderte.
c) aus Sicht der Lieferanten
Als Berater eines der wichtigsten Möbelmacherlieferanten Pro Natura, kenne ich den Betrieb schon seit langem aus Gesprächen und aus der Tatsache, dass die Möbelmacher schon drei mal Händler des Monats wurden und einmal die Auszeichnung Händler des Jahrzehnts erhielten. Dabei zählen nicht nur Umsatz und Zahlungsmoral, sondern vor allem die langjährige und kritische Zusammenarbeit in Fragen des Produktdesigns (es gibt noch Servietten aus Restaurants, auf denen die Ideen für erfolgreiche Produktneuerungen gezeichnet sind), der ergonomischen Funktion (die Ehefrauen der beiden Geschäftsführer sind Sportlehrerinnen und Rückenschulleiterinnen) und des Marketings (die Möbelmacher testeten als erster Betrieb die Akzeptanz einer europaweiten Kundenbefragung). Den Erfolg der aktiven Arbeit bei Messen und Veranstaltungen kann der zuständige Außendienst eindrucksvoll mit Kalenderzahlen belegen.
d) aus Sicht der Gesellschaft
Viele Erfolgsgeschichten aus der Hersbrucker Alb haben ihren Ursprung in Unterkrumbach. Egal, ob der Tag der Regionen, Slow City Hersbruck, Best Practice des Initativkreises Holz aus der Frankenalb oder der Verein Heimat auf´m Teller. Beim Durchsehen der Unterlagen und Zeitungsartikel findet man die Möbelmacher als Veranstaltungsort, als Sponsor, als Ideengeber und vor allem als aktiver Mitarbeiter. Sogar im Internet lassen sich diese Zusammenhänge, auch für Außenstehende, über das Pressearchiv der eigenen homepage, aber auch über die erscheinenden Hinweise bei der Eingabe in die Suchmaschine, lückenlos nachvollziehen. In dem belebten und gut betreuten Gästebuch sieht man, dass die Möbelmacher in die Gesellschaft der Hersbrucker Alb harmonisch integriert sind.
Fazit:
Aus all diesen Gründen kann ich sagen, dass es zwar Betriebe gibt, die in Einzelbereichen durchaus die Qualität der Möbelmacher erreichen, im ganzen betrachtet hat dieser Betrieb deutschlandweit aber eine Alleinstellung, die hinsichtlich Authentizität und Glaubwürdigkeit seinesgleichen sucht.
In der Hoffnung, dass Ihnen meine Erfahrungen und meine Einschätzungen beim Selbstbewertungssystem hilfreich sein können grüße ich aus Großmehring
Ihr
Michael Borchardt