„Homing“ Das Zauberwort der Kölner Möbelmesse

 

von herwig Danzer

 

Von 13. bis 19. Januar zeigten 1350 Unternehmen auf 285 000 m² wie die Einrichtungszukunft aussehen könnte.

 

„Homing“ heißt der neue Trend und beschreibt die Weiterentwicklung des „Cocoonings“ aus den 70er Jahren. Was damals den passiven Rückzug ins Sichere und Geborgene bedeutete, ist heute das aktive Gestalten der eigenen Wohnwelt. Die individuell auf die Bewohner ausgerichtete Einrichtung ist der Garant für Lebensqualität. Auf diese hohen Anforderungen soll der moderne Einrichter auf der imm cologne eingestimmt werden, denn seine Beratungskompetenz wird in Zukunft viel mehr Gewicht bekommen, als der günstigste Preis von austauschbaren Produkten.

„Homing“ bedeutet in Köln minimalistisch dekorierte Stände und viel Farbe, statt des „poppigen Mausgraus“ der letzten Jahre. Vielleicht zeigt das ja die Hoffnung auf den - nicht zuletzt wirtschaftlichen - Frühling , wichtig war in dieser gebeutelten Branche auch die Demonstration von Optimismus.

 

Schreinerei Prager voll im Trend

 

Geschickt nutzte Familie Abé aus Förrenbach alle Saisontrends auf einmal. Auf ihrem Stand im Avantgarde Design Center zeigten sie mit dem Möbelprogramm „Harlekin“ nicht nur Mut zur Farbe und zum Außergewöhnlichen,  sondern auch zur Erweiterung des fränkischen Wirkungskreises auf die ganze Welt. Internationale Anerkennung, vor allem von japanischen Fachleuten, ernteten die Handwerker für die farbenfrohe Gestaltung der hochwertigen Schreinermöbelserie. Interessierte Händler genossen es sichtlich, die kompetente Herstellerfamilie selbst als Gesprächspartner zu haben, natürlich stilecht bei einem Fläschchen Hersbrucker „Little Lager.“

 

Die Küche im Wandel

 

Deutschlands renommiertester Zukunftsforscher Matthias Horx  ermutigte mit dem Satz: „Man kann aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden ein Haus bauen.“ Die Küche wird zum Wohnraum für alles, das Wohnzimmer schrumpft vor sich hin. Fernseher und Computer wandern in die Küche, der Kühlschrank ins Wohnzimmer. Deswegen sind gerade die zweitürigen amerikanischen Kühlschränke so beliebt. Keine Küche ohne Kochzentrum und keine ohne Dampfgarer.  Alle Hersteller zeigten ihre Interpretation des von Imperial vor vielen Jahren erfundenen Gargeräts. Neu ist eine Schubladen-Spülmaschine und die Wiederentdeckung des japanischen Teppan Yaki, was man wörtlich mit „Eisenplatte zum Braten“ übersetzen könnte.

 

Wohnzimmer und Polstermöbel

 

„Homing“ bedeutet auch Sitzkomfort. Relaxsessel werden immer beliebter. Vorreiter Jori stellte ein jugendliches Modell mit Edelstahldetails vor, neue Sofas glänzen mit raffinierten Verstellmöglichkeiten. Die hellen Hölzer, vor allem Buche, behaupten sich, von den dunklen wird auf Dauer wohl nur Nussbaum seine trendige Rolle behaupten können, die Eicheneuphorie ist abgeflaut, Multiplex ist „megaout,“ Massivholz holt wieder auf.

 

Die Möbelmesse zeigte das ganze Spektrum unterschiedlichster Trends und Stile. Für bewusste Möbelkäufer zählt vor allem der eigene Geschmack aber immer mehr auch die ganzheitliche Beratung durch engagierte Einrichter. So werden auch in Zukunft kleine Möbelhäuser und moderne Schreinereien Kunden begeistern, denen eine ästhetische und funktionale Einrichtung mehr Freude macht, als zweifelhafte Erfolge bei der Schnäppchenjagd.

 

herwig Danzer (die-moebelmacher.de) Pressesprecher der Schreinerinnung Nürnberger Land

 

Bildunterschrift Prager: Louis und Reinhard Abé von der Schreinerei Prager im Kundengespräch.

 

Bildunterschrift Polstermöbel: Jori stellt seinen neuen Relaxsessel JR-7460 vor.

 

Fotos: die-moebelmacher.de