Initiativkreis Holz: Ausgezeichnet mit Best Practice im Handwerk
Waldpflege und Nutzung kein Widerspruch
Angefangen hat alles vor rund vier Jahren: in einer Schreinerei wurde nach einer sinnvollen Verwendung für den Holzabfall gesucht.
Aus der Idee, Strom aus den gepressten Sägespänen zu gewinnen, wurde erstmals nichts. Theorie und Technologie klafften zu weit auseinander. Doch die beiden Inhaber der Firma „Die Möbelmacher“, Herwig Danzer und Gunther Münzenberg gaben nicht auf. Auf ihrer Suche nach dem Holzstrom stieß das Duo aus dem mittelfränkischen Unterkrumbach auf Experten rund um das heimische Holz. Die Gründung des „Initiativkreises Holz aus der Frankenalb“ war die logische Folge.
Ein Ziel verbindet diesen Kreis bis heute: das Bewusstsein für die Qualität und die wirtschaftliche Nutzbarkeit des heimischen Holzes zu steigern. Für dieses ehrenamtliche Engagement wurde der Initiativkreis im Frühjahr dieses Jahres mit dem „Best Practice im Handwerk“ durch das Bundeswirtschaftsministerium ausgezeichnet.
Heimisches Holz vermarkten
Kurz nach seiner Gründung verwirklichte der Initiativkreises
bereits eine Hackschnitzelheizung, baute ein Musterholzhaus und errichtete
einen Pavillon als Jugendtreff, natürlich aus Holz. Ganz wichtig ist den
Holzfans dabei, dass die
Nutzung des heimischen Holzes die regionale Wirtschaft ankurbelt. „Die
Holzbauern freut es ebenso, wie die heimischen Sägewerke und die Schreiner,
wenn nicht alles importiert wird. Und die eingesparten Transportkosten kommen
den Kunden zugute,“ weiß Herwig Danzer, Pressesprecher des Initiativkreises, zu
berichten.
Logistik verbessern
„Bisher haperte es vor allem an der Logistik,“ so Danzer. „Ein Holzhaus aus Skandinavien kann ich per Katalog bestellen. Für ein Haus aus deutschem Holz mussten sich Bauherren bisher alles selbst zusammensuchen. Mit dem Musterhaus haben wir gezeigt, dass die Logistik für heimische Angebote da ist.“ Und der ökologische Gedanke bleibt gewahrt, da kürzere Transportwege auch weniger Abgase bedeuten.
Waldbestände stärker nutzen
Befürchtungen von Waldschützern, durch die intensive Nutzung werde dem Wald zu viel Holz entzogen, entgegnet Danzer: „Wir haben in der Region genug Holz, um damit nachhaltig arbeiten zu können. Jeden Tag wächst hier Holz für rund fünf Holzhäuser nach.“ Hinzu komme noch, dass ein bewirtschafteter und daher gepflegter Wald viel gesünder und widerstandsfähiger gegen Krankheiten, Stürme oder Fluten sei. „Mittlerweile fragen die Kunden ganz genau nach, woher das Holz kommt. Das ist der Lohn unserer Arbeit,“ berichtet Danzer nicht ohne Stolz.
Bleibt die Frage, wer eigentlich hinter diesem rührigen „Initiativkreis Holz aus der Frankenalb“ steckt. Mittlerweile zählt der Initiativkreis 15 Mitglieder und nicht immer ist es leicht, die verschiedenen Teilnehmer auf einen Nenner zu bringen. Schließlich sitzen neben Schreinern, Zimmerern und Sägewerkern auch Sanitärfachleute, Vertreter von Forstämtern, Energieagenturen, ein Naturschutzzentrum, ein Architekturbüro und die Handwerkskammer für Mittelfranken mit am einem Tisch.
Viel Engagement ohne Mitgliedsbeitrag
Wichtige Grundsätze verbinden alle Mitglieder. Neben der Zuneigung
zum fränkischen Holz, stehen vor allem der regionale und der ökologische Bezug
und die regelmäßige Teilnahme am Arbeitskreis im Vordergrund. Dafür wird kein
Mitgliedsbeitrag erhoben. „Wenn eine Aktion oder eine Broschüre anstehen, wird
projektbezogen Geld gesucht und bisher wurde auch immer welches gefunden,“ berichtet
der Pressesprecher. Das auch ohne volle Kassen eine so große Wirkung erzielt
werden kann, liegt an der effektiven Arbeitsweise des Teams und den
überzeugenden Argumenten. Zu guter Letzt ist auch eine Lösung für Strom aus
Sägemehl in greifbare Nähe gerückt. Das ist Motivation genug für die
Lobbyarbeit in der Zukunft.
Mehr Informationen kann man im Internet unter www.die-moebelmacher.de/iha finden oder die kostenlose Broschüre telefonisch unter 09151-822350 bestellen.