S-EFQM
Nürnberger Nachhaltigkeitsansatz wird europaweiter Standard
Einen derart durchschlagenden Erfolg hatte anfangs niemand
erwartet. Das EFQM- Modell
wird ab 2004 zusätzliche Nachhaltigkeits-Aspekte
enthalten, die von einer COUP21 Expertengruppe[1]
erarbeitet wurden. Das neue, in Nürnberg erarbeitete Sustainabilty-EFQM
(S-EFQM) ist ein weiterer Schritt, den abstrakten Begriff
"Nachhaltigkeit" für Unternehmen operationaliserbar zu machen.
Bereits Ende 2001
begann eine Expertengruppe des Netzwerkes COUP 21 - unter Federführung von
Thomas Merten (Wuppertal Institut) und Michael Lörcher (future e.V.) - einen
Vorschlag für ein Sustainabilty- EFQM-Modell zu
erarbeiten. Dazu wurden über 20 Nachhaltigkeitskonzepte analysiert
und mehr als 200 Nachhaltigkeitsindikatoren ermittelt. Die Vorstellung war von
Anfang an, den grundlegenden Aufbau und die Struktur des EFQM- Modells
unangetastet zu lassen und die fehlenden Nachhaltigkeitsaspekte darin zu
integrieren. So gab es Änderungsvorschläge bei einzelnen Begriffen aus den
Grundkonzepten sowie eine Reihe von Ergänzungen bei den einzelnen
Teil-Kriterien. Zum Beispiel umfassen Interessensgruppen jetzt auch
Nicht-Regierungsorganisationen, die globale Gesellschaft und nachfolgende
Generationen, die in ökologischer und sozialer Hinsicht zu betrachten sind. Ein
Testlauf bei vier Unternehmen, Deutsche Telekom / Service Niederlassung Weiden,
Die Möbelmacher, Hotel Schindlerhof, Neumarkter Lammsbräu, brachte bereits
erste positive Erfahrungen mit dem S-EFQM.
Der Zeitpunkt für die
Modellerweiterung durch die Nürnberger Arbeitsgruppe war äußerst
günstig. Setzte doch die EFQM im Frühjahr 2002 eine Arbeitsgruppe
("refreshing group") ein, die das Modell modernisieren sollte.
Nachhaltigkeit ist mittlerweile in Wirtschaftskreisen europaweit auf der
Tagesordnung, so dass Manfred Jung, der COUP21 Vertreter in dieser
EFQM-Arbeitsgruppe, die restlichen EFQM- Fachleute schnell von den Ergänzungen überzeugen konnte. Nicht alle, aber viele der Vorschläge wurden ins Modell integriert. Weitere Änderungen in Richtung "Corporate Social Responsibility", "Risikomanagement" und "Change-Management" werden das aktualisierte Modell
ab 2004 noch
ganzheitlicher gestalten. Die Änderungen wurden bereits vom Executive Committee
der EFQM abgesegnet
und auf dem Jahreskongress in Barcelona Ende Oktober 2002 der Öffentlichkeit
vorgestellt.
Mehrere Wege zur Nachhaltigkeit
EFQM ist ein
geeignetes Instrument, um Nachhaltigkeit in Unternehmen zu verankern. Genauso
zielführend sind aber auch andere Vorgehensweisen, wie bei der Integration von
Managementsystemen Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen oder
Unternehmensleitlinien zur Nachhaltigkeit zu erarbeiten sind. Klar ist auch,
dass erweiterte Berichtspflichten von Seiten der EU bzw. durch Basel II auf die
Unternehmen zukommen werden. Für die Gestaltung der unternehmerischen Zukunft
bietet COUP21 eine gute Plattform der Information und des
Erfahrungsaustausches.
Weitergehende
Informationen erhalten Sie bei Dr. Werner Ebert 0911/231-4189
[1] Expertengruppe: Michael Lörcher (future e.V.), Thomas Merten
(Wuppertal Institut), Dr. Werner Ebert (Umweltamt Nürnberg), Oliver Alex
(Siemens ATD), Manfred Jung (Training & Consulting), Susanne Kaldschmidt
(TQMI), Harald Weiniger (DGB), herwig Danzer (Die Möbelmacher)